Das Gerät soll die gefahrene/gelaufene Strecke aufzeichnen um diese später am Rechner zu visualisieren und daraus Statistiken zu erstellen. Ein Display ist nicht vorgesehen.
Der GPS-Tracker ist ein richtiges Recycling-Projekt. Praktisch alle Teile stammen aus der Bastelkiste oder von günstig bei *bay erworbenen Platinen:
Der Mega8 stammt von einer kleinen Platine unbekannter Funktion. Ein Video vom auslöten mit dem Bügeleisen kann man sich hier anschauen. Das Tyco X1029-A GPS-Modul wurde mit der Heißluftpistole von einer Navigations-Platine heruntergelötet. Sämtliche Widerstände stammen aus diversen alten SMD-Platinen und die LEDs aus einem Handy. Der MMC-Kartenslot wurde einem angestaubten Handy-MP3-Player entnommen.
Die zweiseitige Platine stammt aus eigener Herstellung und wurde mit der bewährten Direkt-Toner-Methode hergestellt.
Aber zurück zum Anfang...
Der Prototyp wurde zunächst auf einer Lochrasterplatine mit einem ATMega16 aufgebaut. Das GPS-Modul befindet sich noch auf seiner ursprünglichen Platine. Für die Spannungversorgung dient ein LiPo-Akku.
Zum testen wurde das ganze in einen Karton gepackt und auf den Balkon gestellt. Nach ca. 20 Min ging dann endlich die grüne LED an: locked !
Der Karton wurde dann beim einkaufen mit dem Auto einmal spazieren gefahren (s.u.).
Der Karton war für den praktischen Einsatz natürlich etwas unhandlich und hätte mit seinen vielen Kabeln und den blinkenden Lichtern sicherlich irgendwann mal einen Bombenalarm ausgelöst...
Eine kleine Platine wurde entworfen:
Die Platine ist etwas größer als sie sein muß, passt so aber mitsamt Akku genau in eine Maxim-Sample-Box ;-)
Die vier hässlichen Brücken gehen auf im Schaltplan vergessene Verbindungen zurück. Zu einem Neurouting fehlte mir dann doch die Motivitation.
Der Akkuhalter wurde aus Platinenreststücken und einer Kugelschreiberfeder zusammengelötet und nimmt einen Akku auf, welcher auch in meiner Digicam verwendet wird.
Der Prozessor, ein Atmel Mega8, wurde im MLF Gehäuse verbaut. Dieser stellt mit seinen 5 x 5mm Größe und einem Padabstand von 0,5mm eine kleine Herausforderung dar. Das Löten war jedoch viel einfacher als erwartet. Nachdem das Bauteil erstmal richtig ausgerichtet und ein Pad angelötet war, war das Teil Ruck zuck eingelötet - ohne eine einzige Lötbrücke.
Nachdem das GPS-Modul dann auch eingelötet war, gab es dann allerdings eine Überraschung: Nix ging mehr - totaler Kurzschluß!
Alle Lötverbindungen und das Layout schienen in Ordnung zu sein. Schließlich wurde das GPS-Modul mit der Heißluftpistole wieder ausgelötet.
Bei genauer Betrachtung schien es so, als wäre Zinn zwischen den kleinen Zwischenraum zwischen Pad und Massefläche gelaufen. Meine Versuche diese vermeindlichen Lötbrücken mit Entlötlitze zu entfernen schlugen jedoch fehl.
Nach einigen Stunden herumprobiererei musste ich dann feststellen, dass die Pins tatsächlich gewollt mit Masse verbunden sind und ich einfach nur das falsche Datenblatt habe. Beim A1029 sind die Pins an der unteren linken Ecke (Vcc3a bis AGND) belegt, beim X1029 sind sie fest mit GND verbunden.
Also wurde das Layout mit dem Teppichmesser geringfügig verändert und das Modul wieder eingelötet.
Und siehe da: läuft!
Diese GPS-Route in Google Maps laden.
Eigentlich keine Testfahrt, sondern eher ein Testlauf. Der Tracker wurde einfach in den Rucksack gepackt, die Antenne guckte oben heraus. Erstaunlicherweise habe ich im L**l immer noch 5 GPS-Satelliten empfangen:
Gar nicht mal so einfach mit dem Fahrrad seinen eigenen Namen zu schreiben (ja, der Parkplatz war zu dem Zeitpunkt leer).
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Permalink: http://thomaspfeifer.net/gps_tracker.htm © 2008 Thomas Pfeifer |