Dia-Scanner

Ein Dia-Projektor wird zu einem vollautomatischen Dia-Scanner umgebaut.

Eines Tages stand ich vor dem Problem, eine größere Anzahl von alten Dias (ca. 4000 Stück) in eine digitale Form zu überführen. Der erste Versuch mit einem Auflichtaufsatz für einen Flachbettscanner war nicht sehr erfolgreich: Zum einen war die Qualität eher bescheiden, zum anderen hätte es Monate gedauert alle Dias einzuscannen. Bei dem zweiten Versuch wurde das Dia von hinten beleuchtet und im Makro-Modus mit einer Digitalkamera abfotografiert. Die ersten Ergebnisse waren sehr viel versprechend. Allerdings mit einer kleiner Einschränkung: An den Rändern bleibt ein kleiner schwarzer Streifen, da das Dia im Makromodus meiner Kompaktkamera (eine Fuji F30) nicht formatfüllend scharf gestellt werden kann. Um gleich bleibende Ergebnisse zu erreichen wurde eine kleine Halterung gebaut, in der die Dias einzeln von Hand eingesteckt und anschließend abfotografiert wurden. Nach 500 Dias machte das dann aber keine Spaß mehr. Am schönsten wäre natürlich, wenn der ganze Ablauf, wie bei einem Dia-Projektor automatisiert ablaufen würde. So kam ich auf die Idee, einen alten Dia-Projektor zu verwenden und zu einem Dia-Scanner um zubauen. Verwendet wurde dafür ein alter Dia-Projektor, der günstig bei E-Bucht erstanden wurde.

Hardware

Zunächst wurde die Linse entfernt. Die 150Watt Lampe des Projektors ist viel zu hell für Kamera und würde u.U. den CCD-Chip schädigen. Daher wurden kurz vor dem Dia-Halter mehrere Lagen weißer Folie eingefügt, die zudem für ein gleichmäßig verteiltes, diffuses Licht sorgen (Professioneller wäre eine Lampe mit geringerer Watt-Zahl und eine Milchglasscheibe vom Glaser).

Die modifizierte Optik des Dia-Projektors

Bild 1: Die modifizierte Optik des Dia-Projektors

Aus Platinenmaterial, ein paar Federn, Muttern und Gewindestangen wurde eine Halterung gebaut, mit der sich die Kamera optimal positionieren und fixieren lässt.

Projektor mit Kamera-Halterung

Bild 2: Projektor mit Kamera-Halterung

Da es anscheinend keine Möglichkeit gibt, die F30 elektronisch auszulösen, wurde ein Modellbau-Servo über der Kamera montiert. Dieses betätigt mechanisch den Auslöser. Damit der Auslöser nicht beschädigt wird, wurde an dem Servo-Arm ein kleines Stück Kunstoffschlauch befestigt. Hinweis: In dem weiter unten folgendem Video ist eine etwas anders aufgebaute Auslösung zu sehen.

Modellbau-Servomotor als Auslöser

Bild 3: Modellbau-Servomotor als Auslöser

Die Steuerung des Dia-Scanners übernimmt ein Atmel Mega8 aus der Bastelkiste. Der Controller hat zwei Aufgaben: Zum einen löst er den Elektromagneten aus, der das holen eines neuen Dias steuert. Zum anderen wird der Servomotor gesteuert, welcher den Auslöser der Kamera betätigt.

Die Steuerung des Diascanners: Ein ATMega8 TQFP

Bild 4: Die Steuerung des Diascanners: Ein ATMega8 TQFP

Den gesamten Ablauf kann man sich hier anschauen:

Video 1: Der Dia-Scanner in Aktion

Software

Die Software wurde in C für den AVR-GCC geschrieben und wurde möglichst einfach gehalten. Auf die Benutzung von Timern wurde bewusst verzichtet. Die Erzeugung der Servo-Impulse wurde über delays realisiert. Daher ist sie ohne größere Änderungen auf allen AVR-Controllern lauffähig und kann leicht auf andere Prozessoren (z.B. PIC) portiert werden.

Beim Einschalten wird das Servo zunächst in die Neutralposition gefahren.

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