Alles fängt damit an, das sich mein Vater einen Commodore VC20 (6502 0,973 Mhz - 5 KByte RAM - Kassettenlaufwerk) zulegt.
Oft schaue ich meinem Vater zu wie er völlig unverständliche Sachen in diese Kiste tippt.
Zu dieser Zeit kam ich übrigens gerade in die Grundschule, wo ich mit der extrem konservativen Einstellung meiner Grundschullehrerin zu kämpfen hatte: Damals mussten meine Eltern tatsächlich in die Sprechstunde kommen weil ich einem gezeichneten Weihnachtsbaum, im Gegensatz zu allen anderen, elektrische Kerzen mitsamt Verkabelung und Steckdose verpasst hatte...
Die Kiste wird von mir übernommen und ich sitze jetzt vor dem flimmerden S/W-Fernseher und schreibe meine ersten FOR-Schleifen, GOTO's und PRINT's.
Wenige Monate später hängen am Userport des VC20 eine Handvoll LED's die, von einem simplen Basic-Programm, wie bei Knight-Rider hin- und her wandern.
Die langweiligen Märchenkasetten werden als Datenspeicher missbraucht.
Mein Vater kauft sich einen C-128D (6510 1,02 Mhz & 8502 2 Mhz & Z80A 4 Mhz - 128 KByte RAM - 5¼") der nicht nur schneller ist, sondern auch ein 5¼" Diskettenlaufwerk besitzt und auch in der Lage ist C64-Spiele zum laufen zu bringen.
Der 128er wird wieder verkauft und durch einen viel besseren Atari ST (Motorolla 68000 8 Mhz - 1 MByte RAM) ersetzt. Der Preis betrug damals über 1k DM, Ein einfaches Zehnerpack Disketten (DD-720 KB) kostete zu dieser Zeit noch 59,- DM (!).
Der Atari hat ein 3½"-Laufwerk auf das die unvorstellbare Datenmenge von 720 KByte passt, einen riesigen Hauptspeicher von 512 KByte und eine absolut coole grafische Oberfläche.
Eine Vielzahl von Programmen werden von mir in GFA-Basic entwickelt. Einige davon sind noch hier zu finden
Ich komme günstig an 16 dynamische Speicherbausteine. Diese werden "huckepack", mit hochgebogenem Chip-Select, auf die vorhandenen 512 KByte gelötet. Das Gerät hat jetzt sagenhafte 1 MByte Hauptspeicher.
Erste Gehversuche in 68K-Assembler.
Entwicklung des Computerspiels "Bert-Games"
Der Atari bekommt das niegelnagelneue Betriebssystem TOS 2.06 eingelötet.
Der Soundchip des Atari-ST's ist eines morgens defekt. Dummerweise erzeugt dieser auch das Drive-Select vom Diskettenlaufwerk: nichts mehr geht. :-(
Also wandere ich zum dem Atari-Händler, welcher mir den kaputten Chip vom Typ YM2149 nicht einzeln verkaufen will... Also wird das Ding wochenlang zur Reperatur weggegeben bis ich das gute Stück am 6.9.1992 endlich wieder in den Händen halte.
Nachdem ich die Belegung des Disketten-Anschlusses herausgefunden habe, bekommt der Rechner wenig später ein zweites Diskettenlaufwerk hinzugebastelt.
Der erste PC !
"IBM PS/2 Model 50" (80286 10 Mhz - 8 MB RAM - 20 MB HD), mein erster Computer mit eingebauter Festplatte, welche kurze Zeit später mit Stacker auf 40 MB "verdoppelt" wird.
Mit dabei ist auch eine Original 'Modell M' IBM Tastatur, Baujahr 1988. Während andere Tastaturen bereits billig mit Leitgummi aufgebaut sind, enthält diese Tastatur noch echte Schalter. Die machen das Tippen unvergleichbar angenehm, präzise - und ungeheuer laut. Auf genau dieser Tastatur tippe ich übrigens heute immer noch!
Ich mache erste Versuche mit QBasic, welches aber langsamer ist als das GFA-Basic auf dem Atari.
Testweise wird auch mal Microsoft Windows 3.1 installiert - mangels geeigneter Software aber schnell wieder deinstalliert. Ich frage mich warum ein grafisches Betriebssystem ca 15 MByte auf der Platte verbraucht, wo doch das genau so komfortable TOS auf dem Atari in 512 KByte ROM passt...
Der 286er, inzwischen auf 20 Mhz übertaktet und mit einer wassergefüllten Kupferkonstruktion versehen (der erste Wasserkühler !?), wird durch einen 386er (Intel 80386 - 20 Mhz - 16 MByte RAM - 80 MB HD) ersetzt.
In der Schule komme ich mit Borlands Turbo Pascal in Berührung und fange an die erstem DOS-Programme zu schreiben.
Wenig später befasse ich mich mit 80x86-Assembler und den Hardware-Internals der VGA-Grafikkarten. Erste Grafikdemos entstehen.
Mit dem selbgeschriebenen Atari-Programm "Platine ST" entsteht die Platine für einen Basic-Einplatinencomputer der als Rolladensteuerung herhalten wird.
Die Platine wird geätzt und der Einplatinencomputer (Intel 8052AH 12 Mhz - 32 KByte RAM - 32 KByte ROM) fertiggestellt und erfolgreich in Betrieb genommen
Der 386er wird durch einen 486er (Intel 80486SX 40 Mhz - 4 MB - 500 MByte HD) ersetzt denn ich in Einzelteilen von Ramon geerbt ("brauchst du das noch ?") habe. Ein CD-Laufwerk (eins von diesen dämlichen 2fach Mitsumis bei denen nach einiger Zeit die CD durchdreht) wird gekauft.
Auf der Hobbytronic in Dortmund erwerbe ich einen Atari-Portfolio (8088 - ?). Ein portables Gerät welches nahezu PC-kompatibel ist.
Leider war weder ein passendes Interface zum PC noch irgendwelche Schaltpläne davon zu finden so das das Gerät schnell langweilig wurde und im Regal vor sich hinstaubt.
Im Juni kaufe ich mir einen neuen Rechner (Intel Pentium 120 Mhz - 16 MByte - 1280 MByte HD - S3 Virge).
Ich leihe mir ein 14.4er Modem aus und wähle mich erstmals per AOL (ja, ich weiss - nu' isser lame) in das Internet ein.
Ich erstelle die Homepage für meine damalige Schule, unter anderem mit einer Weltzeituhr in JavaScript. Die Homepage existiert (teilweise) immer noch und wurde seit dem auch nicht mehr aktualisiert:
http://members.aol.com/geeilpe/wtime.htm
Zusammen mit Thomas Dickhut entsteht die Idee, eine gemeinsame Homepage zu erstellen - es entsteht die TNT Factory.
Eine Netzwerkkarte (10 MBit/BNC) wird gekauft. Man trifft sich mit Freunden und spielt per IPX Spiele wie Doom, Warcraft,das legendäre Duke Nukem 3D und später auch Quake. (Anm: "Killerspiele" gab es damals zum Glück noch nicht - sonst wären wir heute bestimmt nicht so friedlich).
Meine Eltern protestieren über die hohen Telefonrechnungen - die Internet-Verbindungen muss ich nun selbst zahlen :-(
Ich ziehe nach Dortmund und beginne dort mein Informatik-Studium
Ich kaufe ein 56er Modem, welches einen Tag später durch ein funktionierendes umgetauscht wird.
Programmiert wird inzwischen in C++ und neuerdings Java.
Aus langeweile und weil man auf den Sun Workstations (Microsparc II 110MHz - 128 MByte) der Uni kein Moohuhn spielen kann, schreibe ich das Java-Spiel Moorhenne welches nach dem gleichen Spielprinzip funktioniert wie "Moorhuhn" von Phenomedia. Der Name "Moorhenne" stammt übrigens von dem Bösewicht "Bert M." aus Bert-Games.
Um die Speicherung der Highscore's zu verwirklichen lerne ich mal eben Perl.
Ich frage mal vorsichtig bei Phenomedia an, ob die ein Problem mit einem Moorhuhn-Clone hätten und bekomme darauf hin einen Job angeboten, den ich aber nicht annehme (erstmal Studium schaffen).
Das Spiel Moorhenne wird extrem beliebt, der Freespace-Anbieter sperrt kurzerhand den Accout da das Spiel in einem Monat 5 GByte an Traffic (entspricht ca. 100 000 Besuchern) verusacht hat.
Für die Suchmaschine
Witch wird Moorhexe erstellt.
Yeti-Interactive.de entsteht.
Der alte Rechner ist einfach nicht mehr schnell genug und wird ersetzt (AMD Athlon-Thunderbird 1400 Mhz - 256 MByte - 40 GByte HD - Geforce2MX).
Das Hausnetzwerk im Uni-Wohnheim wird mit lautstarken Bohrgeräuschen verlegt. Wenige Monate später ist das Netz in Betrieb - ich hänge jetzt mit 100MBit am Internet :-)
Die 40 Gbyte IBM Festplatte erzeugt nach 6 Monaten, wenige Tage nach der Garantiezeit, nur noch kratzende Geräusche (hier anhören) außerdem lassen sich wichtige Dateien plötzlich nicht mehr lesen (natürlich habe ich davon ein Backup gehabt !) - wie sich später herausstellt aufgrund eines
Firmware-Fehlers... Die letzte Platte die ich von dieser Firma gekauft habe.
Zur der umgetauschten 40 GB IBM/Hitachi-Platte die inzwischen immer lauter wird, gesellt sich eine weitere Festplatte mit 120 GB, desweiteren kommt noch ein DVD-Brenner hinzu.
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